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Unendlich

Kurzfic, ohne Namen. Nach dem meine Freundin mir das Lied von Silbermond schickte. Diese Idee entstand spontan in 20 Minuten. Den Ort, die Personen und alles kann sich ein jeder selbst aussuchen.


~*~*~

Die Luft schmeckte würzig auf der Zunge, nach Algen, Unendlichkeit und etwas Salz. Die Spuren im Sand konnte ich kaum noch entdecken, der leichte Wind trieb eine neue feine Schicht aus weißlichem Sand darüber hinweg. Doch folgte ich ihnen weiter durch den lichten Kiefernwald, der hier auf dem mit Sand durchsetzten Boden wuchs.

Leichtes Kribbeln überzog meine nackten Arme, ich fühlte mich immer aufgeregt wenn ich zum Wasser kam. Zwischen den Bäumen konnte ich es sehen, das weite, kristallene Meer. Wellen tanzten zum Ufer, spielten mit ihren winzigen Schaumkronen, bevor die Wellen eben diese auf dem nassen Sand zur Ruhe legten.
Der Horizont war stahlgrau, weiche und doch unheimlich erscheinende Konturen zeichneten die lang ersehnten Regenwolken ab. Zu lang hatte die Sonne erbarmungslos auf die blanke Haut geschienen, jedes Lebewesen sehnte sich nach dem kühlen Nass des Sommerregens.
Wie ich den Rand des kleinen Waldes erreichte, waren die Spuren im Sand fast verschwunden. Doch meine Seele spürte, dass du nicht weit entfernt warst. Irgendwo standest du vielleicht, beobachtest mich wie es mich zum Wasser zog. Manchmal schon haben wir das getan, du bist einfach aufgestanden und gegangen. Ich folgte dir, mein Herz rief nach deinem, meine Sinne nahmen jede Spur, jeden Duft war, der von dir stammte.

Leise platschten die Wellen an ein paar große Steine die am Ufer lagen, sie luden zum ausruhen und sonnen ein. Doch meine Pläne waren anders, ich würde erst glücklich sein, wenn sich das Wasser um meinen Körper schließen würde.
Es erschien, als wenn die Natur sehnsüchtig auf die Wolken am Horizont wartete. Bis in die Unendlichkeit würde sich dieses Schauspiel wiederholen. Der Regen, welcher Leben spendete, der sich auf die Haut legte wie ein feiner Film und sie kühlte.
Auch ich wartete, konnte spüren, dass sich die Wand aus den großen, weichen Tropfen näherte. Mit einem leisen Seufzen blieb ich am Ufer stehen, die Wellen begrüßten meine nackten Füße, umspielten die Knöchel und brachten mir Linderung von der Hitze.
Mit geschlossenen Augen breitete ich die arme aus, wollte das Meer, den Regen und die Unendlichkeit umarmen.

Schon bevor du deine Arme um mich legtest, wusste ich, dass du bei mir warst. Mit weichen Schritten warst du aus dem Schatten einer Kiefer getreten und hattest mir zugesehen.
Kein Wort kam unsere Lippen, wir brauchten sie nicht, denn unsere Seelen hielten stumme Zwiesprache.
Und endlich, ich hatte die Hoffnung fast aufgegeben, zerplatzte ein großer Tropfen auf meinem Arm. Die Gänsehaut übertrug sich auf dich, ich spürte wie du unter dem kühlen Nass erschauerst.
Schon wurden die ersten Tropfen durch weitere abgelöst. Sie trafen meine Brust, meinen Bauch, rannen vom Kopf herab und durchnässten meine kurze Hose.
Lächelnd legte ich den Kopf zurück, fand halt an deiner Schulter. Du gabst mir Sicherheit und ich könnte deine kleinen Küsse auf meinem Hals spüren.
Doch es war nicht genug, wie auf ein stummes Kommando hin bewegten wir uns zum Meer hin. Du hieltst meine Hüften fest, während die Wellen bereits meinen Nabel umspülten. Es war warm, im Gegensatz zum erfrischenden Regen.
Die Wellen schlugen gegen mein Kinn und als ich drohte unterzugehen, lösten sich meine Füße vom Boden. Schwerelos glitt ich durch das Lebens spendende Element. Deine Arme trugen mich sicher.
Ein glückliches Lachen löste sich aus deiner Kehle, die feinen hellen Töne ließen mich einen Moment beinah platzen vor Glück. Du zogst mich mit langsamen Drehungen durch die Wellen, mein Kopf ruhte nah an deinem Bauch, du ließest mich nicht untergehen.

Der Regen ließ wieder nach, ich konnte erste dünne Sonnenstrahlen auf dem Gesicht spüren. Sie wärmten unsere kühlen Leiber, ließen das Wasser auf deiner Haut glitzern wie Millionen Edelsteine.
Blicke voller Liebe ruhten auf mir, wie meine Füße wieder Halt auf dem sandigen Boden fanden. Ich streichelte über deine Wange, wischte dir die nassen Haarsträhnen aus den Augen.
Unsere Lungen füllten sich mit Luft und schon schlug das Nass über unseren Köpfen zusammen.
Helle Kringel malten die Sonne über uns, wir sahen uns in die Augen, während kleine Luftblasen aus deinem Mund stiegen.
Hier unten nahe dem Grund des Meeres, gab es nur uns beide, alles andere war vergänglich geworden. Wie zwei Tänzer umkreisten wir uns, Hände berührten Haut, Lippen die des anderen.
Es gab wenige solche Tage, doch umso wertvoller erschienen sie uns. Wir schlossen sie tief in unsere Herzen, wo sie verweilen würden bis unsere Körper vergänglich sein würden. Doch unsere Seelen gehörten der Unendlichkeit.
Die Spuren im feuchten Sand wurden von Wellen überspült, wir waren noch immer hier unten in unserer Welt aus Wasser.
Es war als wenn wir nie an diesem stillen Ort gewesen wären.


Ende


25.03.06



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